Biologie Exkursion - Kinderbauernhof Großziethen
Bei unseren Versuchen zur Verhaltensbiologie, vom 22.11.07 auf dem Kinderbauernhof Ilse Reichel, wollten wir untersuchen, ob man Ponys das
beabsichtigte Ballspielen beibringen kann.
Da ein Pferd ein Fluchttier ist und ein Ball in ihrem natürlichen Lebensraum nicht vorkommt, erwarten wir eine Fluchtreaktion
in Form vom Umgehen des Balls.
Da Esel keine Fluchttiere sind erwarten wir bei ihnen ein deutlich anderes Verhalten, als bei den Pferden.
Bei einem weiteren Versuch wollten wir herausfinden, ob Ziegen und Esel zuvor gesehenes Futter aus einem Eimer holen können,
der mit einem Brett abgedeckt wurde.
Fragestellung 1: Können Pferde beabsichtigt Ballspielen?
Fragestellung 2: Können Esel und Ziegen Futter aus einem Eimer holen, auf dem ein
Brett liegt?
Hypothese 1a: Pferde flüchten vor dem Ball.
Hypothese 1b: Esel greifen den Ball an.
Hypothese 2: Esel und Ziegen holen das Futter beim ersten Versuch aus
dem Eimer und fressen es.
Gliederung
Im ersten Versuch ging es darum einen Ball vom Pferd/Esel rollen zu lassen. Ob dies mit der Nase oder mit den Vorderfüßen
geschieht, wurde in jedem Versuch variiert.
Es wurden unterschiedliche Bälle genommen, zwei Gymnastikbälle in grün und durchsichtig, des weiteren zwei kleine
Wasserbälle in orange-weiß und blau-weiß, sowie ein weißer Fußball.
Alle Versuche wurden in der Halle durchgeführt, um möglichst wenig äußere Einflüsse zu haben.
Gliederung
Dieser zweite Versuch handelte von einem Eimer mit einem Deckel. Der Eimer wurde mit einem Leckerli bestückt und dann mit
dem Deckel abgedeckt. Die Tiere (Esel und Ziege) sollten, nachdem sie beobachtet hatten wie das Leckerli in den Eimer
gelegt wurde, den Eimer vom Deckel schieben und das Leckerli entnehmen.
Dieser Versuch wurde auf dem Weg, bzw. auf der Koppel der Ziegen durchgeführt.
Gliederung
Rex

Alter:
Zwischen 15 und 20 Jahren
Rasse:
Überordnung: Laurasiatheria; Ordnung: Unpaarhufer; Familie: Pferde; Gattung: Equus; Art: Afrikanischer Esel;
Unterart: Hausesel;
Aussehen:
Anja

Alter:
Rasse:
Überordnung: Laurasiatheria; Ordnung: Unpaarhufer; Familie: Pferde; Gattung: Equus; Art: Afrikanischer Esel;
Aussehen:
Charly

Alter:
Rasse:
Aussehen:
Mary Lou

Alter:
Rasse:
Aussehen:
Seppel

Alter:
Rasse:
Thüringer Wald Ziege (vom Austerben bedrohte Rasse)
Aussehen:
Gliederung
Zunächst sollte der Esel an die Versuchsumgebung gewöhnt werden, um eine Ablenkung des Tieres durch fremde Gerüche oder
Lichteinfall zu verhindern. Dazu ließ ich ihn erstmal ohne Halfter und sonstigen Beeinflussungen durch die Halle frei
laufen.
Um seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken nahm ich ihn nach etwa 10 min. an den Strick und führte ihn noch ein paar Runden
durch die Halle, wobei ich versuchte mit ruhiger Stimme auf ihn einzureden.
Nun ging ich dazu über Rex langsam in die Nähe des durchsichtigen Balles zu führen, der im hinteren Teil der Halle lag. Mit
Hilfe von Futterstückchen lockte ich ihn immer näher an den Ball, nachdem ich gemerkt habe, dass er immer wieder vor dem
Ball zurückwich und daher mein Versuchsziel , wie oben beschrieben, ändern musste.
Zu Anfang schloss ich Übungen nach kleinen positiven Fortschritten, wie das näher Herantreten an den Ball, schnell ab, um
dem Esel kleine Erholungspausen zu gönnen.
Nach solchen Pausen versuchte ich stets wieder die mit der gleichen Übung zu starten, mit der die letzte Einheit aufgehört
hatte. Nach etwa drei bis vier anfänglichen Übungseinheiten verlängerte ich die Lerneinheiten und konnte so anfangen Rex
dazu zu bewegen den Ball zu berühren.
Dabei gab es drei unterschiedliche Vorgehensverfahren:
1. Zunächst sollte der Esel den Ball mit dem Maul oder den Nüstern berühren. Ein Futterstückchen wurde dazu an die
Oberfläche des Balls gehalten, anfänglich möglichst so, dass er nur versehentlich dagegen kam.
2. Später legte ich teilweise Leckereien auf den Ball, so dass er den Ball absichtlich berühren musste, um an das Futter zu
gelangen.
3. Zum Ende hin brachte ich ihn dazu das Futter vom Boden vor dem Ball aufzulesen, bzw. mir aus der Hand zu fressen.
Eine Erweiterung dessen erreichte ich nach einer etwa halbstündigen Pause mit zwei anderen Bällen (grüner Gymnastikball und
kleiner Wasserball).
Die Pause verbrachte Rex auf der Koppel. Die erste Versuchsdurchführung hat etwa eine Stunde gedauert.
Nach der Pause setzte ich meine Versuche alleine in der Halle fort. Auf Anraten von Frau Will wechselte ich zunächst zu
einem grünen Gymnastikball, der besser aufgepumpt war.
Eine längere Eingewöhnungszeit war hier nicht nötig und ich konnte gleich anfangen ihm die Futterstückchen aus der Hand
fressen zu lassen, um ihn mit der Schnauze an den unteren Rand des Balls zu führen.
Einen letzten Versuch unternahm ich mit Hilfe eines kleinen Wasserballs. Mit diesem rubbelte ich den Esel zunächst ab und
belohnte ihn gleichzeitig.
Anschließend legte ich ihn wieder auf den Boden und führte den Esel auf ihn zu. Lockte ihn an den unteren Rand des Balls und
lies ihn von meiner flachen Hand, die ich soweit wie nur möglich unter den Ball schob, ohne ihn zu berühren, fressen.
Gliederung
Nachdem Anja von der Koppel geholt wurde, putzte Philipp sie. Anschließend lief er mit ihr alleine zur Halle, wo sie zuerst
ohne Strick, nur mit Charly in der Halle frei rumlaufen durfte. Anschließend wurde sie um einen Ball, in diesem Falle ein
großer Grüner, rumgeführt. Nach einiger Zeit führte er sie auf den Ball zu. Malte, der Protokollant, stand immer ca. 5 Meter
entfernt. Dieses "Darauf-Zuführen" wurde mehrmals wiederholt.
Nach einiger Zeit wurde der Ball gewechselt. Nun wurde ein kleinerer Ball (orange - weiß) verwendet. Ähnliches Vorgehen,
zuerst das Herumführen, dann das Darauf-Zuführen. Wenn es nötig war, lockten wir sie mit einem Leckerli auf den Ball zu,
aber das auch nicht immer, nicht das sie sich an diesen Umstand gewöhnt.
Am Anfang ging es hauptsächlich um das Berühren des Balls, später auch um das Treten. Nach einem gelungenen Versuch, bekam
sie direkt aus einer Tasche ein Leckerli von dem, der sie führte. Wenn sie an dem Ball vorbei gehen wollte, gab es zwei
Varianten, dies zu verhindern. Die eine war, dem Esel auszuweichen, also den Ball genau entgegengesetzt seiner Richtung um
den Ball auszuweichen (siehe Grafik links). Die zweite Variante war, den Esel zurückzudrücken (siehe Grafik rechts).
Nach einer Pause von ca. 30 Minuten, starteten wir einen zweiten Anlauf, den wir direkt mit dem kleinen Ball begannen.
Wenn es nötig war, lockten wir sie mit einem Leckerli auf den Ball zu.
Gliederung
Der Versuch fand in der gewohnten Reithalle der Ponys statt. Vor dem Beginn der Versuche, wurde Charly von den
Versuchsleitern gefüttert und gestriegelt, damit er sie kennen lernt und ihnen vertraut. Als dies passiert war,
haben die Versuchsleiter angefangen, die Versuche in der Halle durchzuführen. Dort lagen bereits 4 Bälle, von denen 2 große
Gymnastikbälle waren. Die Versuchsleiter haben sich für den Gymnastikball entschieden und damit ihre Versuche durchgeführt.
Hatte Charly den Ball in irgendeiner Weise berührt, so bekam er sofort eine Belohnung in Form von Sprache, Futter
(Möhre und Apfel) und Berührungen (streicheln). Ist Charly am Ball vorbei gelaufen, haben die Versuchsleiter deutlich
"Nein" gesagt.
Anfangs hat der eine Versuchsleiter das Pony geführt und der andere ist mit einem Stück Apfel oder Möhre, das Charly sehen
konnte, in der rechten Hand vorweggelaufen.
Als die Versuchsleiter gemerkt haben, dass diese Aufteilung nicht ganz klappt, hat der eine Versuchsleiter Charly geführt
und zugleich das Futter in der rechten Hand gehabt. Der Versuchsleiter ist immer einen Schritt vor Charly gelaufen, während
der andere Versuchsleiter die Beobachtungen notiert hat.
Nun, wo Charly dem Versuchsleiter widerstandslos gefolgt ist, haben sich die Versuchsleiter entschlossen, Halfter und
Führstrick abzunehmen. Leider hat es ohne diese "Hilfsmittel" nicht mehr geklappt.
Nach einiger Zeit war Charly so auf die Hand konzentriert, dass der führende Versuchsleiter Nichts mehr in die Hand reingelegt
hat. Der Versuchsleiter ist trotzdem weiterhin mit der Hand vor Charly gelaufen Charly ist dem Versuchsleiter widerstandslos
bis zum Ball gefolgt.
Nach einiger Zeit wurde eine kleine Pause für Charly eingelegt, damit dieser sich erholen konnte.
Gliederung
Das Experiment führten wir beide abwechselnd durch, die erst Phase leitete Valentin Gebhardt und Enzo Leopold protokollierte
den Versuch.
In der zweiten Phase des Experiments tauschten wir die Rollen.
Um dem Tier nun beizubringen den Ball weg zu treten wenn man es zu ihm hinführt, gewöhnten wir es erstmal nur an den Kontakt
mit dem Ball.
Dies machten wir, indem wir das Pferd am Zaumzeug zu dem Ball führten, es an ihm schnuppern ließen. So nahmen wir dem Pferd
die Angst, vor diesem nicht in der Natur vorkommendem Objekt..
Zusätzlich redete der Experimentator mit lobender und/oder beruhigender Stimme auf das Tier ein.
Nun führten wir das Pferd am Zaumzeug eine große Runde durch die Halle, um dann wieder bei dem Ball anzukommen. Aber nun
stoppten wir nicht unmittelbar vor dem Ball, sondern ließen das Pferd einfach über das Objekt laufen. Wenn das Pferd den
Ball trat, wurde es sofort durch Karottenstücke und lobendes Zureden belohnt.
Dies wiederholten wir mehrere male, mit geringfügigen Abweichungen.
Gliederung
Der Versuch wurde mit einem 3 Jahre alten Ziegenbock gemacht. Die Personen, die den Versuch durchführten waren der Ziege
nicht bekannt. Vor die Zeige wurde eine gelbe Plastikküchenschüssel mit einem Durchmesser von etwa 20 cm gestellt. Anfangs
wurde das Leckerli dem Tier gezeigt bevor es anschließend in den Eimer gelegt wurde. Nach dem 8. Versuch wurde das Leckerli
direkt in den Eimer gelegt und mit einem gelb, blauen Küchenbrett abgedeckt. Der Versuch wurde 10 Mal wiederholt.
Gliederung
Der Versuch wurde mit der Eselin Anja (über 20 Jahre) nach dem oben beschrieben Ball Versuch durchgeführt. Das bedeutet,
dass sie bereits geputzt wurde und einige Belohnungen bekommen hatte, jedoch auch schon etwas an Philipp gewöhnt war. Auf
dem Rückweg zur Koppel wurde dann auf dem Weg zwischen Koppeln und Ställen eine gelbe Plastikküchenschüssel mit einem
Durchmesser von etwa 20 cm vor Anja gestellt. Anschließend wurde ihr eine Möhre gezeigt und in die Schüssel gelegt. Zuletzt
wurde die Plastikschüssel mit einem gelb, blauen Küchenbrett abgedeckt. Dieser Versuch wurde 7 Mal wiederholt.
Gliederung
Auf Grund der Beobachtung, dass Rex zunächst vor dem Ball flüchtete und dieser nicht in seine Nähe kommen durfte, musste
ich mein Vorgehen ändern. Um das Fluchtverhalten zu mindern musste also das eigentliche Ziel beiseite geschoben werden und
die Gewöhnung an den Ball trat in den Vordergrund.
Nach einigen Versuchen war es möglich das Tier an den Ball heran zuführen. Zunächst legte er dabei noch die Ohren an und es
trat weiß in seine Augen.
Schließlich berührte er auch den Ball mit den Nüstern und fraß von der Oberfläche des Balls. Es kam bald auch vor, dass Rex
den Ball zweimal berührte, bis er eine Belohnung erhielt. Oft konnte nun beobachtet werden, wie seine Ohren nach vorne wanderten.
In späteren Versuchen konnte ich den Esel dazu bringen vor dem Ball zu fressen, bzw. ganz nah an der unteren Seite des
Balls. Dabei berührte er mit seiner Stirn teilweise den Ball, wodurch sich dieser in Bewegung setzte. Im Falle einer
solchen Bewegung entfernte sich das Versuchstier einige Schritte vom Versuchsobjekt, konnte aber nach ruhigem Zureden
wieder heran geführt werden, so dass er wieder nah genug am Versuchsobjekt stand. Nun musste er seinen Hals nicht sehr
strecken, um an das Futter zu gelangen.
Auch nach dem Wechsel des Balls (zum grünen Ball hin), berührte der Esel den Ball weiter und fraß auch vom Boden unter dem
Ball. Trotzdem entfernte er sich, sobald der Ball durch sein Anstoßen in Bewegung kam.
Die Versuche mit den beiden Gymnastikbällen sind in den beistehenden Grafiken dargestellt:
Dazu habe ich den verschiedenen Aktionsarten des Tieres unterschiedliche Wertigkeiten hinzugefügt, die durch Farben markiert sind:
Durchsichtiger und grüner Gymnastikball
Hellblau= einwertig: einfach Ballberührung durch das Dirigieren mit Hilfe von Futter
Dunkelblau= zweiwertig: auf dem Ball fressen (die Aktion wird eigenständig ausgeführt, ohne dass das Versuchstier mit Hilfe
der Handbewegung heran geführt wird)
Orange= dreiwertig: 1.der Ball wird mehrmals berührt, bevor eine Belohnung erfolgt
2.der Ball wird durch die Stirnberührung (hervorgerufen durch Futter auf dem Boden vor dem Ball) in Bewegung versetzt
Die letzten Versuche, die mit einem kleinen Wasserball gemacht wurden, wurden nicht mehr dokumentiert. Sie brachten
allerdings ähnliche Beobachtungen wie die Versuche der Gymnastikbälle: Der Ball wurde von dem Versuchstier berührt, doch
entfernte sich Rex, sobald der Ball in Bewegung versetzt wurde.
Die Gewöhnung an diesen Ball, war schwere, da der Esel immer wieder leichte entfernende Bewegungen machte und somit die
Annäherung des Balls an seinen Körper erschwerte.
Gliederung
Beim ersten Darauf-Zuführen, nährte sie sich nur sehr schleppend. Dies funktionierte nur mit viel Zusprechen und beim ersten
Mal mit einem Leckerli in der Hand, was man langsam auf en Ball zuführte. Meistens blieb sie so stehen, dass sie mit den
Vorderhufen vor dem Ball stand und den Hals über den Ball streckte(siehe Bild).
In den weiteren Versuchen, wich sie aus, aber es
wurden bis zur Pause auch 8 Erfolge verzeichnet (siehe Diagramm).
Anja wurde nicht immer mit einem Leckerli gelockt, zum Schluss der ersten Phase klappte es auch ohne Leckerli, also nur mit
einer Belohnung danach. Wenn wir am Anfang ein Leckerli benutzten, legten wir dies auf den Ball. Bei den letzten Versuchen
der ersten Phase hielt Philipp Anja fest und Malte rollte langsam den Ball um Anja und auch gegen die Vorderhufe, was sie
mit einem Zurückzucken beantwortete.
Die zweite Phase begann mit einem kleinen Misserfolg, da Anja dem Ball auswich, der zweite Anlauf klappte mit ein wenig
Geduld jedoch. Insgesamt erzielten wir 4 Erfolge (siehe Diagramm oben).
Gliederung
Die Berührungen mit dem Ball wurden immer mit dem rechten Huf ausgeführt. Charly folgte zwar den Versuchsleitern, blieb
aber meistens vor dem Ball stehen und ging an ihm vorbei. Beim Vorbeigehen hat Charly den Ball öfter berührt.
Das Diagramm gibt Auskunft über den Lernerfolg von Charly. Dabei wurde das Umgehen des Balls und das davor Stehen bleiben
als Misserfolg (gerade Linie) und das Berühren in irgendeiner Art als Erfolg gewertet.
Gliederung
Wir konnten nach einigen Wiederholungen unseres Versuches feststellen, dass das Pferd nun gezielt versuchte, den Ball zu
treten. Dies gipfelte sich soweit, dass das Pferd auch dann probierte den Ball zu treten, wenn dieser nicht direkt vor den
Füßen von Mary Lou lag.
Die genaue Auswertung und die Anzahl der erfolgreichen und misslungenen Versuche sind den Tabellen zu entnehmen.
Gliederung
Die Ziege zuckte immer wieder zurück, wenn man ihr näher kam. Dies machte die Durchführung kompliziert. Bei der zweiten
Durchführung fand das Tier das Futter im Eimer, jedoch wurde ihm hierbei die Schüssel sehr dicht vor das Maul gehalten. Ab
dem 7. Versuch konnten erste Erfolge verzeichnet werden und die Ziege holte immer wieder das Futter aus dem Eimer. Nachdem
das Futter direkt in den Eimer gelegt wurde, brauchte das Tier einen weiteren Versuch, um dass Futter zu finden.
Gliederung
Anja konnte bereits nach dem 4. Versuch immer wieder das Futter aus dem Eimer holen. Dabei war sie anfangs durch ihre
Umgebung abgelenkt.
Gliederung
Mit Hilfe der beobachteten Körperhaltung möchte ich nun versuchen die Verhaltensweisen des Esels zu interpretieren:
Meine Annahme, dass der Esel Angst vor dem Ball hatte, basiert auf der Tatsache, dass er, wahrscheinlich um der Nähe des
unbekannten Objekts zu entgehen, stieg und schließlich auf die andere Seite der Reithalle davon trabte. In anderen Versuchen
vermied er es ebenfalls dem Ball näher zu kommen und lief nervös und mit steifen Bewegungen im Kreis um den Ball (im Kreis
da er am Strick gehalten wurde). Eine Annäherung an den Ball ließ sich nur durch das Locken mit Futter erreichen. In diesen
Fällen legte er die Ohren an und in seine Augen trat Weiß, was als typisches Zeichen der Angst bei Tieren angesehen wird.
Die Körperhaltung, die zunächst noch zeigte, dass er meist das Gewicht mehr auf die Hinterbeine verlagerte, was ihm eine
leichtere Flucht ermöglicht hätte, änderte sich nur langsam im Laufe der folgenden Versuche:
Dies äußerte sich schließlich in gerade nach vorne und aufgerichteten Ohren, klaren Augen und einer relativ entspannten
Körperhaltung. Die Annahme, dass er entspannter war als am Anfang der Versuche, interpretiere ich vor allem daraus, dass
Rex nun nicht mehr den Hals soweit wie nur möglich streckte, sondern eher einen Schritt auf den Ball zu machte um an das
Futter zu gelangen und sein Gewicht schien nicht mehr soweit auf die Hinterbeine verlagert zu sein. Auf Grund dieser
Veränderung in der Körperhaltung schließe ich auf das Einsetzen der Gewöhnung während der Versuche, auch wenn diese am Tag
des Experiments nicht vollkommen abgeschlossen werden konnte, da Rex auch am Ende der zweiten Versuchseinheit noch
Angstreaktionen aufwies.
Ich vermute, dass es zu einer klassischen Konditionierung kam, was darin begründet liegt, dass der Esel, wie schon
beschrieben, nach einigen Versuchen den Ball mehrere Male berührte, bevor er eine Belohnung für seine Handlung bekam.
Der Wechsel der Versuchsobjekte schien Rex keine größeren Schwierigkeiten zu machen, da er auch den grünen Gymnastikball
nach nur wenigen Versuchen berührte und auch diesmal die Handlungsweise der klassischen Konditionierung wieder zu erkennen
war.
Der Übergang zu dem Wasserball erwies insofern als schwieriger, da das Geräusch des Wasserballs Rex noch nicht vertraut war und er deswegen wieder nervösere Bewegungsabläufe hatte und diesem versuchte seitwärts auszuweichen.
Schlussendlich konnte man also beobachten, dass das Versuchstier die gemachten Erfahrungen schnell auf ähnliche Versuchsobjekte projizieren konnte, auch wenn es im Endeffekt fraglich ist, ob ein Wechsel der Bälle während des Experiments eine gute Idee war, in Anbetracht der Tatsache, dass das Tier sowieso schon Angst zeigte.
Man kann also sagen, dass die Gewöhnung des Esels an den Ball klar eingesetzt und auch die klassische Konditionierung angefangen hatte, die Zeit aber nicht ausreichte um ihm seine Angst vor dem Versuchsobjekt vollkommen zu nehmen.
Trotzdem war es meiner Meinung nach eine gelungene Versuchsreihe, die aber sicher noch verbesserungsfähig ist.
Gliederung
Das Ziel, dass Anja den Ball schießt, haben wir leider nicht ganz erreicht. Wie im Diagramm auch zu erkennen ist, konnten
wir Anja an den Ball gewöhnen, und es oft schaffen, das sie des Ball berühert. Allerdiings mussten
wir sie immer mit Geduld dazu bringen, den Ball näher zu kommen. Wir sind so bis zur bedingten Reaktion gekommen,
aber nicht bis zur bedingten Aktion. Die bedingte, also gelernte, Reaktion wär, dass das Tier einen Reiz lernt, also in
unserm Fall den Ball kennenlernt und den Reiz dazu einordnen kann. Somit hatten wir Anja dazu bekommen, dass sie wenn sie
den Ball berührt, den Ball tritt. Allerdings machte sie es noch nicht von alleine, sondern nur mit Hilfestellung, daher
ist es keine gelernte, bedingte, Aktion.
Diesen gesamten Lernvorgang, den wir vollzogen haben, beschreibt man als fakultatives Lernen, da sie dieses Verhalten in der
Wildbahn nicht zum Überleben benötigt. Allerdings hat sie bereits Verhaltensweisen, die dieser ähneln, z.B. das Scharren mit
den Hufen auf dem Boden um Futter oder ähnliches freizulegen.
Als mögliche Verbesserungen der Versuchsergebnisse, sind einmal die Minderung der möglichen Ablenkungen und das öftere
Durchführen, dieser Versuche um eine Entwicklung dieses Verhaltens zu deuten.
Gliederung
Charly führte die Berührungen an dem Ball immer mit dem rechten Huf aus, weshalb man darauf schließen kann, dass er ein
Rechtshufer ist.
Anhand des Diagramms kann man eine deutliche Lernleistung entnehmen, da der Verlauf ansteigt. Charly hat die Versuche
dahingehend verstanden, indem er den Ball registriert hat und auch wusste, wenn er etwas mit dem Ball macht wird er dafür
belohnt. Auch der hohe Lernerfolg (siehe Diagramm) bestätigt diese Vermutung. Da wir das Treten des Balls mit einem Stück
Möhre belohnt haben, ist das Ergebnis des Versuches auf die klassische Konditionierung zurückzuführen.
Da der Ball im natürlichen Lebensraum der Pferde und Ponys nicht vorkommt und es für die Ponys - abgesehen von unserem
Versuch - keinen Vorteil hat, kann man diese Art des Lernens als fakultatives Lernen bezeichnen.
Man kann also an Hand dieses Versuches sagen, dass Ponys durchaus in der Lage sind, einen Ball wahrzunehmen und ihn zu
berühren.
Gliederung
Unsere anfänglich angenommene Hypothese stellte sich komplett als falsch heraus, unsere Erwartungen wurden sogar noch um
ein Vielfaches übertroffen.
Bei dem beobachteten Lernvorgang handelt es sich um das fakultative Lernen.
Das angeborene Verhalten dieses Bewegungsablaufs wurde durch die Versuche zur bedingten, also gelernten, Aktion umgewandelt.
In der zweiten Phase, in der Enzo Leopold Experimentator war, stellten wir fest, dass das Tier auch bei
unregelmäßiger werdender Belohnung keine Defizite in der Handlungsbereitschaft aufwies.
Unsere Vorschläge zur Verbesserung von nach folgenden Versuchen sind:
-Das Experiment in noch reizärmerer Umgebung durchführen, das bedeutet keine weiteren Menschen und Tiere in näherer
Umgebung sind.
-Wenn mehr Zeit zur Durchführung des Experiments gegeben ist, wäre es interessant zu beobachten ab wann und unter
welchen Umständen die Handlungsbereitschaft nachlässt.
Gliederung
Das Diagramm zeigt, dass die Ziege am Anfang nicht verstanden hat, dass das Futter immer noch im Eimer ist. Der erste
geglückte Versuch kann nicht direkt gewertet werden, da die Schüssel dem Tier praktisch vor das Maul gehalten wurde,
wodurch fast keine andere Reaktion möglich war. Gegen Ende der Versuchsreihe ist aber ein deutlicher Lernerfolg zu
verzeichnen und es scheint, als habe die Ziege verstanden hatte, wo sie das Futter wiederfindet.
Seppel bekommt sein Fressen regelmäßig aus einem größeren schwarzen Eimer, sodass ihm bekannt war, dass sich in solchen
Gefäßen Futter befinden kann. Jedoch musste er durch Versuch und Irrtum erlernen, dass das Futter durch das Abdecken nicht
verschwindet. Dies hat er nach einigen Versuchen erkannt. Dabei handelt sich dabei um bedingte Reaktion, da Seppel erkannt
hat, dass er eine Belohnung findet, wenn er die Abdeckung der Schüssel hinunter schiebt bzw. die Schüssel umkippt.
Für die Tiere ist es zwar wichtig zu wissen, dass wenn sie etwas nicht mehr sehen, weil es abgedeckt ist, trotzdem noch da
sein kann. Jedoch ist das Wissen aus unserem Versuch für die Tiere in der Natur nicht unbedingt lebensnotwichtig, es handelt
sich also um fakultatives Lernen.
Gliederung
Auch bei Anja ist ein deutlicher Lernerfolg zu verzeichnen, der sogar noch stärker in der Grafik sichtbar wird als bei dem
Versuch mit Seppel. Jedoch hat auch sie Anfangs vermutlich nicht verstanden, dass das Futter noch immer in der Schüssel ist.
Ein anderer Grund kann auch die Ablenkung durch andere Tiere bzw. ihre Umgebung gewesen sein.
Auch Anja konnte bereits vorher aus einem Eimer fressen. Jedoch musste auch sie durch Versuch und Irrtum lernen, dass das
Futter trotz Abdeckung in dem Eimer liegt. Da ihr dies gelang, handelt es sich auch bei ihr um eine bedingte Reaktion, da sie
gelernt hat, dass Brettchen von der Schüssel zu schieben bzw. die Schüssel umzukippen und dafür eine Belohnung erhielt. Der
Schüssel-Brettchen Komplex kann deshalb als Reiz aufgefasst werden, der gelernt wurde. Der Versuch könnte bessere
Ergebnisse als der Versuch mit der Ziege liefern, da Anja bereits an Philipp gewöhnt war.
Gliederung
Anhand der Versuche kann man die verschiedenen Lernstadien der Tiere erkennen:
- Gewöhnung (Rex)
- bedingte Reaktion (Anja, Seppel und Charly)
- bedingte Aktion (Mary Lou)
Bei allen Versuchen handelt es sich um fakultatives Lernen.
Gliederung
Einleitung: Anne-Marie Falk und Kathrina Wesp
Versuchsaufbau und -ziel (Versuch 1 und Versuch 2): Philipp Kaszubowski
Tiere: alle (Infos), Juliane Glatz und Philipp Kaszubowski (Zusammenfassung)
Versuchsdurchführung, -beobachtung, -auswertung:
Rex: Juliane Glatz
Anja: Malte Mühlig und Philipp Kaszubowski
Carly: Anne-Marie Falk und Kathrina Wesp
Mary Lou: Valentin Gebhardt und Enzo Leopold
Seppel: Malte Mühlig
Bilder: Malte Mühlig, Frau Will und Philipp Kaszubowski
W3-Design: Philipp Kaszubowski
Betreuender Lehrer: Frau Will